Was ist die Übungsfirma?
In
einer Übungsfirma werden die im Unterricht erlangen
Kenntnisse ins praktische Umgesetzt. Fähigkeiten und
Fertigkeiten werden handlungsorientiert vermittelt,
vertieft und erweitert.
In der Übungsfirma sind alle kaufmännischen Abteilungen
eines Unternehmens vorhanden. Die Schüler übernehmen die
Aufgaben der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und lernen
so alle Funktionen eines kaufmännischen Betriebes kennen.
Übungsfirmen
erhalten Anfragen, Aufträge, Bestellungen, etc. von
anderen Übungsfirmen, arbeiten also in einem Übungsfirmenring
zusammen. Sie sind als Betriebe aller art tätig.
Dabei
werden alle für den Kaufmann wichtigen Angebote,
Lieferscheine, Rechnungen, Warenbegleitpapiere usw.
zwischen den Übungsfirmen ausgetauscht. Selbstverständlich
werden diese Dienstleistungen und Waren auch bezahlt, d.h.
die Güter- und Geldkreisläufe sind aus kaufmännischer
Sicht vollständig.
Am
Ende eines Geschäftsvorganges werden Warenbewegungen,
Dienst- und Geldleistungen nur virtuell erbracht, die
damit verbundenen kaufmännischen Vorgänge unterscheiden
sich jedoch nicht von der Realität. Der angstfreie Umgang
mit allen kaufmännischen Vorgängen unterstützt dabei
wesentlich den Lernerfolg.
Damit
alle mit dem Zahlungsverkehr verbundenen Tätigkeiten in
der Übungsfirma gelernt und ausgeführt werden können,
steht ein eigenes Bankensystem zur Verfügung. Diese und
weitere Dienste wie z.B. Finanzamt, Zollamt, Krankenkassen
sowie ein leistungsfähiges Telekommunikationsnetz stellt
die Zentralstelle der Übungsfirmen in Essen für alle im
DEUTSCHEN ÜBUNGSFIRMENRING zusammengeschlossenen Übungsfirmen
zur Verfügung.
Der
so gebildete weltweite Markt bietet im Gegensatz zu Übungskontoren
und anderen simulierten Einrichtungen, den Übungsfirmen
die Möglichkeit, der Praxis entsprechend zu arbeiten und
mit den Geschäftspartnern eine Vielzahl nicht planbarer,
unterschiedlicher Geschäftsfälle zu bearbeiten.
Pädagogische Gestaltung
Die pädagogische Gestaltung orientiert sich an der geltenden
Ausbildungsordnung und an den Anforderungen von Wirtschaft und Verwaltung.
Die fachtheoretischen und fachpraktischen Lernziele werden eng verzahnt, die
kaufmännischen Kenntnisse und Fertigkeiten unmittelbar am Arbeitsplatz eingesetzt. Das
handlungsorientierte Lernen steht im Vordergrund. Die pädagogischen Erfordernisse der
Zielgruppen finden dabei besondere Berücksichtigung.
Arbeitsabläufe in der Übungsfirma werden so abgewickelt, dass die
Lernenden sowohl konventionelle als auch moderne Verfahren kennenlernen.
Beispielsweise wird die Lohnbuchhaltung in der Regel "per Hand" und mit
Hilfe der EDV-Anlage durchgeführt. Damit bereitet die Bildungsmaßnahme
auf Arbeitsanforderungen vor, wie sie später auch in realen Unternehmen gegeben sind.
Durch selbstgesteuertes Lernen und eigenverantwortliches Handeln in einer
Übungsfirma erwerben Kaufleute wichtige Schlüsselqualifikationen wie Arbeiten im Team,
Treffen von Entscheidungen, Lösen von Konflikten. Die Teilnehmenden werden in der
Übungsfirma als Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter angesehen und grundsätzlich von
mehreren Ausbilderlinnen und Ausbildern betreut.
Betriebswirtschaftliche Gestaltung
Die betriebswirtschaftliche Gestaltung der Übungsfirma Orientiert
sich an realen Unternehmen. Patentfirmen stellen dazu wichtige Daten und Informationen
bereit. Die Übungsfirma verfügt über 15 bis 30 Arbeitsplätze die in Form von
Abteilungen miteinander verbunden sind. In der Regel gibt es folgende Funktionsbereiche:
Ausstattung
In der Übungsfirma werden zeitgerechte Arbeitsmittel eingesetzt.
Zur Grundausstattung gehören Computer und die im kaufmännischen Bereich übliche
Software. Auch die für die Anwendung moderner Informations- und Kommunikationstechniken
erforderliche Hardware steht zur Verfügung. Zu den Telekommunikationstechniken
gehört z.B. das Internet via ISDN.
Zentralstelle des Deutschen Übungsfirmenrings
(ZÜF)
Die Zentralstelle des DEUTSCHEN ÜBUNGSFIRMENRINGES -ZÜF- in
Essen hat die Aufgabe, alle dem DEUTSCHEN ÜBUNGSFIRMENRING angeschlossenen Übungsfirmen
sowie deren Träger in ihrer Arbeit zu unterstützen.
Außerdem übernimmt die Zentralstelle Aufgaben, die für das Marktgeschehen
erforderlich sind, von einzelnen Übungsfirmen aber nicht angeboten werden können. Dazu
gehören u.a.:
die Dienstleistungen von Ämtern, Behörden wie Finanzamt,
Krankenkassen, Arbeitsamt, IHK, Amtsgericht
die Bereitstellung eines Telekommunikationsdienstes mit E-Mail
und dem World Wide Web
Betrieb einer zentralen Datenbank mit Übungsfirmen- und
Branchenverzeichnis
die Entwicklung und Bereitstellung von PC-Software für
Übungsfirmen, die Bereitstellung der wesentlichen Bankdienste, z.B. Zahlungsverkehr,
Festgeld, Darlehen inkl. Homebanking
Förderung der internationalen Zusammenarbeit durch
Mitarbeit bei der Koordination von Zahlungsverkehr, E-Mail und Datenbanken
Technische Planung und Durchsetzung der Übungsfirmenmesse
Die Übungsfirmenmesse
Einmal im Jahr findet an wechselnden Orten eine Internationale
Übungsfirmenmesse statt, an der viele Übungsfirmen aus aller Welt, darunter auch die
Übungsfirmen der Beruflichen Schulen des Unstrut-Hainich-Kreises, die Mühlhäuser
Kaufhaus GmbH und die Steppke GmbH teilnehmen. Während der Messe präsentieren die
Übungsfirmen die Produkte und Dienstleistungen ihrer Übungsfirma. Die Übungsfirmenmesse
ist ein wichtiges Instrument zur Vermittlung berufspraktischer Lernziele wie
Erstellung der erforderlichen Werbe- und Verkaufsunterlagen
Organisation günstiger Anreise- und
Übernachtungsmöglichkeiten
Führen von Ein- und Verkaufsverhandlungen
Abwicklung der Messeabschlüsse
Anknüpfung neuer und Intensivierung von Geschäftsbeziehungen
Soll-Ist Vergleich der gesteckten und erreichten Verkaufsziele
kritische Überprüfung der Verhandlungstechniken
Die ausländischen Übungsfirmen, die regelmäßig an der
Internationalen Übungsfirmenmesse teilnehmen, fördern die Motivation der Teilnehmer zum
Erlernen von Fremdsprachen und regen Geschäftsbeziehungen der Übungsfirmen über die
eigenen Landesgrenzen hinaus an.
Der internationale Übungsfirmenmarkt
Neben den über 800 Übungsfirmen in Deutschland beteiligen sich
mehr als 1000 weitere Übungsfirmen vorwiegend in Europa, aber auch in vielen anderen
Ländern der Welt am Handel im Übungsfirmenmarkt. Damit steht den Teilnehmerinnen
und Teilnehmern ein in dieser Form einmaliges Lern- und Erfahrungsfeld zur
Verfügung.:
Umgang mit fremdsprachlichen Geschäftsvorgängen
Beachtung nationaler und internationaler Rechts- und
Handelsvorschriften
Verschiebung der kaufmännischen Sichtweise von nationalem zu
internationalem Handeln
Einsicht in die Bedeutung von Sprachkenntnissen, Stärkung der
Motivation, diese zu erwerben und anzuwenden
Beachtung von Zoll-, Einfuhr- und Ausfuhrvorschriften
Beteiligung am internationalen Zahlungsverkehr